Akteure

Akteure in Ehrenfeld

Die eigenen vier Wände spielen im Juli eine tragende Rolle in unserem Magazin. So verfolgen auch all unsere Akteure ihre individuellen Spuren zum Thema Wohnen.

Diesen Monat möchten wir Dir KölnGlobal ans Herz legen, die über den berühmten Tellerrand blicken – sie bringen uns im übertragenen Sinne den Zusammenhang zwischen unseren vier Wänden in Ehrenfeld und denen anderer Kulturen der Welt näher. Des Weiteren stellen wir Dir zwei Handwerker vor, die ungewöhnliche Wege gehen: Ob mit einem Stand auf dem Neptunmarkt oder mit einem umgebauten Lastenrad mobil im Veedel – Joachim Hoff und Jörn Keseberg sind Tischler aus Leidenschaft, die Deine vier Wände verschönern und gleichzeitig Ressourcen schonen. Und wusstest Du schon, dass Ehrenfeld das erste Mehrgenerationen-
Wohnprojekt Deutschlands für Homosexuelle, Bisexuelle oder Transidente beheimatet? In der Villa anders spielen die vier Wände die Hauptrolle, wenn es darum geht, diskriminierungsfreie Räume zu schaffen.

KölnGlobal

Lokal handeln & global denken" bedeutet für uns, dass die Forderung nach einer menschenwürdigen Unterbringung von Geflüchteten vom Kampf für günstigen Wohnraum in Köln nicht zu trennen ist!

— KölnGlobal

Was ist lokal? Was global? Die Mitglieder des KölnGlobal-Teams wohnen in Köln und treffen sich mitten im Mikrokosmos Ehrenfeld. Ziemlich lokal! Aber sie interessieren sich für die Bereiche, wo die Grenze zwischen Lokalem und Globalem verwischt. Wie ist es in Köln um die Beiträge zum globalen Klimaschutz bestellt? Ist Kölns Weltoffenheit Alltag oder nur ein Slogan? Wie versuchen lokale Initiativen den scheinbaren Widerspruch zwischen Lokalem und Globalem aufzulösen? Das Redaktionsteam betreibt einen Blog und einen Kalender. Es möchte eine Plattform sein für das vielfältige Engagement in Köln und zeigen, wie man sich selbst für die gute Sache einbringen kann. Und das KölnGlobal-Team hat noch Platz in seiner Mitte. Für Leute, die Lust auf Redaktionsarbeit haben und sich mit uns immer wieder auf die Suche nach eben dieser guten Sache machen wollen. www.koelnglobal.de

ÄnderungsSchreinerei

Wer etwas verändern will, der muss etwas unternehmen!

— Joachim Hoff // Inhaber Pro-Raum

Jeden Freitag bietet der Tischlermeister Joachim Hoff auf dem Neptunmarkt seinen speziellen Service an. Dann leimt der selbsternannte ÄnderungsSchreiner Stühle, repariert Schubladen oder schärft Messer und Scheren.
Hoff hat schon so einiges wiederhergestellt. Sein Wissen in Sachen Holzverarbeitung ist groß: Seit vierundzwanzig Jahren baut er Fenster und Türen, schreinert Liebhaberstücke und vermöbelt ganze Häuser. Die ÄnderungsSchreinerei ist sein jüngstes Projekt. Er hatte sich gefragt, welchen Beitrag er in puncto Nachhaltigkeit leisten kann. Sein Ansatz: Die Menschen wieder für den Wert von Handwerk zu begeistern, und dafür zu sensibilisieren, dass man lieber mal etwas reparieren lassen sollte, anstatt gleich etwas Neues zu kaufen. Ob es der Stuhl ist, der aus dem Leim gegangen ist, der Riesenkratzer im Kleiderschrank oder die Küchenschublade, die klemmt: Der ÄnderungsSchreiner übernimmt sämtliche Tischlerarbeiten. www.pro-raum.de

Jörn Keseberg

Pedalkraft für nachhaltiges Handwerk.

— Jörn Keseberg // Inhaber

Vor 30 Jahren startete Jörn Keseberg mit seiner Tischlerei in Köln. Jetzt ist er mit der Idee, als Veedelshandwerker durch Ehrenfeld zu fahren, seinem Traum von ‚guter Arbeit’ ein großes Stück näher gekommen. Alles, was er für seine Tätigkeit benötigt, findet Platz im eigens dafür umgebauten Lastenrad. So kann er direkt bei seinen Kunden vorfahren, kennt keine Parkplatzsorgen und hält sich obendrein körperlich fit.
Der Veedelshandwerker übernimmt alle Arten von Reparaturen und Wartungsarbeiten rund ums Wohnen; er verlegt Parkett- und Dielenböden und fertigt auf Wunsch Möbel an. Auch das Thema ‚Upcycling’ ist dem erfahrenen Tischler wichtig. Hierzu bietet er seinen Kunden die Umgestaltung von allem an, was im Haus ausgedient hat.
Mit seinem Lastenrad ‚erfährt’ und erlebt Keseberg das bunte Ehrenfelder Flair besonders intensiv. Häufig kommt er mit Leuten ins Gespräch – und manchmal ergibt sich aus den spontanen Begegnungen ein Auftrag für den Tischler. www.keseberg.com

Villa anders

Wir machen Ehrenfeld bunter.

— Sung Un Gang // Vorstandsmitglied Villa anders

Die Villa anders ist bundesweit das erste queere Mehrgenerationen-Wohnprojekt. Es entstand aus dem Wunsch, als Homosexuelle, Bisexuelle oder Transidente in einer diskriminierungsfreien Gemeinschaft zu wohnen. Mit Unterstützung der Stadt Köln, in Kooperation mit der GAG Immobilien AG und der Beratungsstelle RUBICON wurde der Plan realisiert. Seit 2009 entwickeln die Bewohnerinnen und Bewohner gemeinschaftlich ein selbst bestimmtes und gleichberechtigtes Wohnen und Leben in Köln-Ehrenfeld.
Willkommen sind Singles, Paare und Regenbogen-Familien, gut und weniger gut Verdienende, Jüngere und Ältere – aber auch aufgeschlossene Heterosexuelle. Die Bewohner und Bewohnerinnen der Villa anders pflegen eine gute Nachbarschaft und respektieren zugleich die Privatsphäre. Individuell wohnen und doch nicht allein sein, sich aufeinander verlassen können und sich wohl fühlen – das heißt Villa anders. www.villa-anders-koeln.de

  • Text: Dunja Karabaic
  • Illustrationen: Katharina Olma