Global

Vivaconqguatisiert euch!

Wie mit Spaß und unkonventionellen Ideen der Durst der Welt gelöscht wird

Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. hat ein großes Ziel: Sauberes Trinkwasser und sanitäre Grundversorgung für alle Menschen. Denn, die Bereitstellung von Wasser in ausreichender Menge und Qualität wird weltweit zunehmend zu einem Problem. Zuerst bemerkt wird dies natürlich in den ökonomisch schwächsten Bevölkerungsteilen der Erde. 2005 fing Viva con Agua „einfach mal an“ – mittlerweile konnte die Initiative über Aktionen und Spenden die Lebensbedingungen von mehr als 300.000 Menschen weltweit nachhaltig verbessern.

Wasser ist, neben der Luft zum Atmen, die elementarste Grundlage zum Leben – Wasser erschafft und bedeutet Leben. Während wir einfach den Hahn aufdrehen können, ist es umso unvorstellbarer, dass weltweit 768 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Eine angemessene sanitäre Grundversorgung bleibt mehr als 2,5 Milliarden Menschen verwehrt. Für Viva con Agua (VcA) ist dies grundlegende Motivation zum Handeln und zur Verwirklichung von Wasserprojekten aus dem WASH-Sektor (WASH = Water, Sanitation and Hygiene): Trinkwasser, Sanitäreinrichtungen und Hygiene. Ob nun Wasserspender auf Kuba, Tiefbohrbrunnen und sanitäre Anlagen in Äthiopien, Quelleinfassungen in Ruanda, Brunnen und Latrinen in Kambodscha oder Regenwasser-Auffangsysteme in Kenia und Haiti – immer handelt es sich um langfristige Projekte der Entwicklungszusammenarbeit, die dauerhaften Erfolg in der Bereitstellung von sauberem Trinkwasser und in der Sicherstellung einer menschenwürdigen Sanitärversorgung fördern möchten und dabei verschiedene Technologien anwenden.
Für die Realisierung der Projekte werden Spendengelder benötigt. Die Philosophie der
Organisation heißt hierbei: Soziales Engagement mit Spaß verbinden und das vermeintlich ernste Thema Entwicklungszusammenarbeit fröhlich, positiv und immer ohne den erhobenen Zeigefinger zu kommunizieren. Denn, um auf den fehlenden Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung aufmerksam zu machen, lässt sich VcA einiges einfallen: Beispielsweise auf über 70 Festivals geht die Organisation, oft unterstützt von den Musikern auf der Bühne, auf „Becherjagd“. Landet ein Pfandbecher als Spende in einer der blauen VcA-Tonnen, entspricht dies einem Euro. Seit 2010 vertreibt VcA zudem sein eigenes Quellwasser, aus dessen Verkauf 60% des Gewinns in die Projekte fließt. Mit tatkräftiger Unterstützung des FC St. Pauli können sich Fans am Millerntor damit verköstigen lassen und wieder ihre Pfandbecher spenden. Auch Bildungsarbeit mit Workshops und Vorträgen wird an Kitas, Schulen und Universitäten geleistet. Selbst aktiv werden können Lehrer und Schüler dann z.B. bei einem an ihrer Schule organisierten Spendenlauf. Die kreativen Aktionen finden in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz statt und reichen von Lesungen und Konzerten bis hin zu Benefizfußballspielen, die den Spaß in sauberes Trinkwasser verwandeln. VcA versteht sich als All-Profit-Organisation, denn die Aktionen kommen allen zugute: Den Menschen in den Projektgebieten, den Besuchern und Organisatoren der Veranstaltungen und natürlich der Initiative selbst.

Wasser für Alle, Alle für Wasser

Starker Partner und Freund von VcA ist von Beginn an die Welthungerhilfe, eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland, die seit 1962 Hilfe aus erster Hand leistet: Ob bei der schnellen Katastrophenhilfe, dem Wiederaufbau oder bei Projekten zur Entwicklungshilfe. Seit der Gründung wurden mehr als 7.100 Projekte in 70 Ländern mit 2,52 Milliarden Euro gefördert. Die global zunehmenden Probleme im Wasser-, Sanitär- und Hygienebereich werden als zentrale Herausforderung verstanden, im Kampf gegen Hunger und Armut voranzukommen.
79% aller von VcA generierten Spenden fließen direkt an die Organisation. Seit 2006 konnte VcA durch Fundraising seinem Partner fast 3 Millionen Euro Spenden zur Finanzierung der Wasserprojekte zur Verfügung stellen, die diese professionell und nachhaltig in Afrika, Asien und Lateinamerika realisieren. Die Generierung und der Umgang mit Geldern bei VcA wird dabei ganz transparent reflektiert und lässt sich anhand der Jahresabschlüsse, dem Verlauf eines gespendeten Euros oder der Projekte selbst nachvollziehen, welche übrigens von den Verantwortlichen bei VcA regelmäßig aufgesucht werden, um das Engagement vor Ort und die sinnvolle Verwendung jener Gelder unter die Lupe zu nehmen.
Seit der Gründung 2005 hat VcA auf diese Weise nicht nur viel bewegt, sondern sich auch rasant entwickelt. Wie kaum eine andere Initiative im deutschsprachigen Raum steht sie für die Vernetzung und Aktivierung von Menschen und bietet jedem die Möglichkeit, sich für soziales Engagement zu begeistern. Aktuell umfasst das Netzwerk in Deutschland, der Schweiz und Österreich über 4.500 ehrenamtliche Supporter, die sich in ihrer Freizeit aktiv für Wasserprojekte engagieren und in rund 35 Städten eigene Events und Aktionen organisieren. Neben dem großen Ziel „Wasser für Alle!“ heißt es also bei VcA auch: „Alle für Wasser!“

  • Text: Verena Andric
  • Foto: Viva con Agua