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Nächste Stunde: Abfall-Check!

Sauberkeit steht jetzt auf dem Lehrplan

Die AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH & Co. KG, kurz AWB Köln, setzen in Sachen Sauberkeit auf den Nachwuchs und vermitteln bereits den Kleinsten ein umweltschonendes „Müllverhalten“. Im Kooperationsprojekt der Montessori-Hauptschule Rochusstraße, Ehrenfeld und der AWB Köln lernen Kinder und Jugendliche direkt, wie sie einen wertvollen Beitrag zur Sauberkeit in Köln leisten können, denn: die AWB Köln bildet die Schüler zu „Mülldetektiven“ aus und punktet damit gleich doppelt.

Alte Möbel, Fernseher, Autoreifen oder ganz normaler Hausmüll – wenn Unrat oder Sperrmüll am Straßenrand oder in Parks abgelegt wird, müssen die Städte es beseitigen lassen. Allein für Köln sind dies im Jahr rund 3000 Tonnen Müll, die von der Straße oder aus den Grünanlagen abgeholt werden müssen. Kosten: mehr als sieben Millionen Euro pro Jahr! Am häufigsten muss in Mülheim aufgeräumt werden, dicht gefolgt von Kalk und, auf Platz drei, Ehrenfeld. Zwar sind zahlreiche kostenlose Entsorgungsangebote für alle Arten von Müll vorhanden, doch haben Verursacher nur mit Sanktionen wie Bußgeldern zu rechnen, die sie nur im besten Fall zur Einsicht bringen. Aus diesem Grund initiiert die AWB Köln Kampagnen an Schulen und Kindergärten, die bereits den Nachwuchs sensibilisieren und den Wert von Sauberkeit im Stadtbild vermitteln sollen – so beispielsweise mit dem Kooperationsprojekt der AWB Köln und der Montessori-Hauptschule Rochusstraße in Ehrenfeld.
Die Idee ist denkbar einfach: Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klasse werden hier seit September 2012 von einer Pädagogin der AWB Köln zu sogenannten „Mülldetektiven“ ausgebildet. Ausgestattet mit Käppis und Warnwesten gehen sie in benachbarten Grünanlagen und auf dem Schulhof auf die Jagd nach wildem Müll oder engagieren sich für die Mülltrennung in den Klassen. Vertieft wird das Verständnis für den richtigen Umgang mit Müll durch den Besuch eines Betriebshofs der AWB mit Blick hinter die Kulissen. Vor allem diese praktische Umsetzung hilft bei der Sensibilisierung für das eigene und auch das Verhalten anderer. Denn: die „Mülldetektive“ sind natürlich auch Ansprechpartner für ihre Mitschüler. Damit fungieren sie zusätzlich als Multiplikatoren, die den bewussten Umgang mit Müll aufzeigen und ihre Mitschüler dazu anhalten, den eigenen Müll in die richtige Tonne zu entsorgen.

Achtsamkeit für die Umwelt und die eigene Stadt

Mehr Achtsamkeit für die Umwelt und die eigene Stadt ist das weitläufige Ziel der pädagogischen Arbeit – Themen, die für die Gesellschaft immer wichtiger werden und die schon in der Unterstufe mit großem Eifer und Engagement wahrgenommen und aufgegriffen werden. Die Lernpartnerschaft der AWB Köln und der Montessori-Hauptschule steht unter dem Dach der Initiative KURS (Kooperation Unternehmen der Region und Schulen), die von den Industrie- und Handelskammern Aachen, Bonn/Rhein-Sieg und Köln, der Handwerkskammer Köln sowie der Bezirksregierung Köln ins Leben gerufen wurde. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Wirtschaftsunternehmen erhofft man sich eine praxis- und wirtschaftsnahe Schullandschaft aufzubauen. Einen weiteren Schwerpunkt der Lernpartnerschaft bildet daher auch die Unterstützung der Berufsorientierung durch die AWB Köln: Berufsfelder wie z.B. das einer „Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft“ werden direkt von Auszubildenden vorgestellt. Zudem bietet sich Schülern der neunten und zehnten Klasse die Möglichkeit, ein berufsorientiertes Schülerpraktikum zu absolvieren, um erste Erfahrungen in den Berufen zu sammeln, oder in Betriebshofführungen einen direkten Einblick in das Wirtschaftsunternehmen zu erhalten. „Durch die Kooperation mit der AWB Köln erreichen wir zwei wesentliche Elemente: Auf der einen Seite unsere Schülerinnen und Schüler zu einem bewussten Umgang mit ihrer Umwelt anzuhalten und auf der anderen Seite die Möglichkeit, Berufe, die normalerweise bei unseren Schülerinnen und Schülern wenig Wertschätzung erfahren als ‚attraktive‘ Ausbildungsalternativen kennenzulernen“, so Ursula Neumann, Schulleiterin der Hauptschule.
Das Konzept begeistert und kann große Erfolge verbuchen. Denn, dass die meisten Schüler besser, schneller und mit mehr Freude lernen, wenn sie das Erlernte am alltäglich Erlebten festmachen können, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Und zusätzlich erinnern wir uns gerne daran, dass der Mensch auch ein Gewohnheitstier ist und so schnell nicht vergisst, was er jung erlernt hat!

  • Text: Verena Andric
  • Foto: Schwaiger & Beckmann