Tipps und Tricks

Tipps und Tricks

von Hans dem Hausmeister

„Kleider machen Leute“ heisst es doch so schön. Und ich muss sagen, dass ich mich tatsächlich pudelwohl und wie ein „gemachter Hausmeister“ fühle, sobald ich meinen Kittel anhabe. Genau das Gegenteil passiert, sobald mich meine Frau zu Familienfeiern mit dem engen Hemd ausstattet und dieser schrecklichen Fliege dekoriert.

Aber neulich waren wir zum Geburtstag unserer Tochter – sie lebt ja in Berlin – in einem modischen Restaurant essen, in dem eine Box stand, der man seine alten Sachen „spenden“ konnte. Zunächst dachte ich, das Rote Kreuz würde nun auch Essensspenden in Restaurants sammeln, aber diese Box gehörte zu den Modedesignerinnen Schmidt und Takahashi, wie mir meine Tochter berichtete. Aus den gesammelten alten Anziehsachen nähen die beiden wieder neue „Designerteile“. Im Internet kann man sich dann ansehen, aus welchen alten Sachen das neue Teil genäht worden ist. Und nicht nur das: Viele geben auch eine Geschichte zu ihren alten Klamotten mit ab, sodass man auch gleich erfährt, was die Einzelteile des neuen Stücks schon alles erlebt haben. Ich habe dann kurzerhand auch meine Fliege in die Box geworfen... zusammen mit einer Serviette auf der stand: „Seit 1986 ca. 42 Familienfeiern unsicher gemacht. Einmal sogar verloren gegangen und von Doris (meiner Dackeldame) in einem großen Kleiderberg wiedergefunden worden.“

Jeder kauft durchschnittlich 15 Kilo Klamotten im JahR

Habe mir sogleich mithilfe meiner Frau eine neue Krawatte über das Internet bestellt. Da ist sie ja Profi drin. Aber diese Seite kannte sie wohl auch noch nicht. Kleiderkreisel heisst das Ganze. Das ist wie dieses ebay nur ohne bieten und für gebrauchte Klamotten – also wie ein Flohmarkt. Eine super Sache, die ganzen alten Sachen so wieder zu verwenden, wenn man bedenkt, dass jeder durchschnittlich 15 Kilo Klamotten im Jahr kauft, ein Schrank schnell voll ist und meine Frau sonst womöglich noch meinen geliebten Keller als Lager gebrauchen würde.

  • Illustration: Ina Schneider