Akteure

Akteure in Ehrenfeld

In immer kürzerer Zeit produzieren Modeketten immer mehr neue Kleidung und signalisieren dem Kunden eine Notwendigkeit, die eigene Garderobe ständig zu erneuern – ganz nach dem Prinzip „Neukaufen statt Zweimaltragen“.

Und was spricht schon dagegen, zumal eine neue Bluse schon für 10 Euro zu haben ist. Leider aber geht das zulasten von Umwelt, Arbeiterinnen und Arbeitern sowie des Klimas – und auch zulasten der Gesundheit derjenigen, die die Kleidung am Ende tragen. Alternativen gibt es und fünf davon stellen wir Dir diesen Monat vor: die Labels artless und Armedangels, den Rotkreuz Shop die Männerboutique Herrenbude sowie den Kleidertausch von Open Globe.

artless

Verantwortung für alle Schritte einer Fertigung in die eigene Hand zu nehmen, schafft ein Produkt mit Seele.

— Felix Mosner // Gründer und Inhaber von artless

Kleidung spielt für artless eine große Rolle: Durch eine familieneigene Textildruckerei sind sie seit über 25 Jahren Teil der Textilbranche und haben stets ihre Drucktechniken weiterentwickelt. Eine intensive Auseinandersetzung mit der Qualität der Textilien war unumgänglich und so haben sie sich entschlossen, einer ausbeutenden, billigen Produktion entgegenzuwirken und stattdessen die sozialen Aspekte der Fertigung in den Vordergrund zu stellen.
Die Produkte von artless besitzen durch die verwendete Biobaumwolle eine hervorragende Qualität, gewährleisten durch mehrere Zertifikate soziale Standards und unterstützen mit ihrem Erlös nationale und internationale soziale Projekte. Sie versuchen, rundum faire Kleidung mit kreativen Innovationen zu verbinden und bieten darüber hinaus auch für andere zertifizierten Siebdruck in Köln an. www.artless-shop.com

DRK Kreisverband Köln e.V.

DER Rotkreuz Shop HILFT UNS, Soziale Projekte IN KÖLN ZU VERWIRKLIcHEN.

— Marc Ruda // Geschäftsführer des DRK-Kreisverband Köln e.V.

Der Rotkreuz Shop auf der Venloer Straße 349 bietet eine große Auswahl an Secondhand-Mode zu sehr günstigen Preisen. Die Kleiderspenden der Kölner werden hier direkt und lokal verwertet. Der Shop schont also nicht nur Ressourcen, sondern fördert auch lokale Strukturen. Außerdem fließt der Erlös aus dem Shop in soziale Projekte des Kölner Roten Kreuzes.
Zu den Stammkunden des Rotkreuz Shops, den es bereits seit zehn Jahren gibt, zählen Familien mit geringem Einkommen ebenso wie junge Leute auf der Suche nach besonderen Outfits. Gerade das ständig wechselnde und vielfältige Angebot macht den Reiz des Secondhand-Ladens aus. Nicht die Massenware „von der Stange“ füllt die Regale, sondern oft Einzelteile, die es nicht an jeder Ecke zu kaufen gibt. Für Freunde des Used-Look lohnt sich ein Besuch also immer. www.drk-koeln.de

Armedangels

Eco, fair und social ist bei uns kein Trend, sondern Einstellung!

— Martin Höfeler // Gründer von Armedangels

Angefangen hat Armedangels 2007 mit sechs verschiedenen T-Shirts und der Idee „Wir wollen mit unserer Mode etwas verändern“. Seither hat sich das einst kleine Label mit umweltfreundlicher und fairer Produktion zu einem deutschlandweit gefragten Vollsortimenter weiterentwickelt. Der Plan ist, das fairste Modelabel der Welt zu werden. Verwendet werden ausschließlich nachhaltige Materialien, die so umweltschonend wie nur irgend möglich weiterverarbeitet werden und so Mensch und Natur schützen. Zudem setzen sich die Armedangels für die faire Behandlung und Bezahlung von Baumwollbauern und -arbeitern ein, um jedem, gesunde Arbeitsbedingungen und ein faires Einkommen zu ermöglichen. Fairtrade und GOTS zertifiziert zeigen die Armedangels wie stylisch nachhaltige Produktion aussehen kann! www.armedangels.de

Herrenbude

Gute Männerkleidung ist sehr nachhaltig, da sie im Prinzip ziemlich zeitlos ist.

— Achim Schmitz // Inhaber der Herrenbude

Achim Schmitz, Berufsbezeichnung „Trüffelschwein der Männermode“, eröffnete im Oktober 2008 die Herrenbude in einem Ehrenfelder Hinterhaus. Zunächst mit einem kleinen Sortiment aus T-Shirts und Jeans gestartet, bietet Schmitz mittlerweile eine stattliche Auswahl an hochwertiger Kleidung, die die Männer des Veedels in einem Mix aus rustikalem Charme und sportlicher Eleganz umhüllt. Neben allerlei Zwirn zertifiziert nachhaltiger und ökologisch herstellender Labels, bietet die Herrenbude seit Anfang 2010 auch eine hauseigene Kollektion, bestehend aus Hemden, Hosen, Sakkos und Parkas, an. Produziert wird ausschließlich in Europa aus Stoffen italienischer Familienwebereien sowie regionalen Zutaten. Oberstes Credo: Was der Chef nicht selber tragen würde, kommt auch nicht auf die Kleiderbügel! www.herrenbude.de

Kleidertausch / OpenGlobe

Tauschen macht Spaß und hält vielleicht davon ab, sich ständig neue Dinge zu kaufen und Ressourcen zu schonen.

— Jordis Troost // OpenGlobe Köln

Wer kennt das nicht: Der Kleiderschrank ist voll, aber zum Anziehen ist trotzdem nichts da! Gut, dass das Kölner Netzwerk OpenGlobe regelmäßig Klamotten-Tauschcafés organisiert – frei nach dem Motto „Tauschrausch statt Kaufrausch“. Wer ein gebrauchtes, noch gut erhaltenes Kleidungsstück mitbringt, kann sich im Gegenzug ein anderes wieder mitnehmen. Getauscht wird alles von den Schuhen bis zu den Ohrringen und es darf nach Herzenslust gestöbert werden. Und wer sich doch noch nicht von seinen Stücken trennen möchte, kann auch in den parallel angebotenen Workshops seine liebsten Dinge wieder nähen, flicken oder aufpeppen. Dazu gibt es jede Menge Infomaterialien zu den Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie und der Bio- und Fairtrade-
Kleidung, begleitet von einem kleinen Vortrag oder Film. www.eine-welt-netz-nrw.de

  • Text: Verena Andric
  • Grafik: Ina Schneider